Auf dem Arbeitsplatzrechner oder der Surfstation zu Hause einen ausgewachsenen NTP-Server zu installieren, ist gewiss übertrieben. Mit Client-Programmen, die per SNTP (Simple NTP, RFC 5905) die Zeit eines Stratum-2-Servers nach dem Hochfahren oder in bestimmten Abständen abfragen, kann man eine ausreichende Genauigkeit erzielen. Solche Tools gibt es für alle gängigen Betriebssysteme.

Bei allen Programmen gilt, dass einmal ausgewählte Server eventuell in Zukunft abgeschaltet werden oder einen anderen Namen bekommen können. Man überprüft deshalb die Erreichbarkeit der gewählten Zeitquellen von Zeit zu Zeit und sucht gegebenenfalls andere. Ebenso kommt stets der Name und nicht die IP-Nummer des Servers in die Client-Konfiguration, denn die Nummer kann sich ändern, aber der Name bleibt normalerweise über Jahre gleich.

Jeder NTP-Server ist in ein Stratum (Schicht, Ebene, Mehrzahl Strata) eingeordnet. Dieses gibt an, wie weit der Server in einem NTP-Netz von einer externen Zeitquelle (Atomuhr, GPS- oder Zeitzeichenempfänger) entfernt ist: Ein Stratum-1-Server besitzt eine externe Quelle, eine Stratum-2-Maschine dagegen einen Stratum-1-Server als Referenz, und so weiter. Das höchste Stratum ist 16, ein Server dieser Stufe hat sich noch nicht mit anderen NTP-Servern synchronisiert. In der Praxis kommt man jedoch mit vier Stufen aus.

CentOS5 liefert im Gegensatz zu SuSE keine udev-Rules für eine symbolische Verlinkung /dev/refclock-0 auf /dev/ttyS0 mit. Damit der Link /dev/refclock-0 auf /dev/ttyS0 angelegt wird, habe ich für udev eine Regel-Datei /etc/udev/rules.d/50-refclock.rules erstellt.

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Die Datei ist im Verzeichnis /etc/ntpd/ unter CentOS5 zu erstellen. Hinweise zur Konfiguration eines Meinberg Empfangsmodules:
Der für das Meinberg Empfangsmodul zu verwendende Reference-clock-driver für ntpd ist der PARSE driver (Reference ID: PARSE, Driver-ID: GENERIC) und wird über die IP Adresse 127.127.8.0 angesprochen. Da der PARSE Driver grundsätzlich die Schnittstelle /dev/refclock-0 erwartet, ist ein symbolischer Link zwischen dem tatsächlichen seriellen Interface ( z.B. /dev/ttyS0) und der PARSE Driver Schnittstelle herzustellen. Dies kann unter CentOS5 via einer udev-rule erfolgen (s. Beitrag NTP - CentOS5 udev-rule erstellen).

Damit der ntpd Daemon den PARSE Driver ansprechen kann, sind wie die Konfigurationsoptionen im Konfigurationsfile ntpd.conf folgende Parameter einzutragen:
# The PARSE reference clock driver to handle MEINBERG DCF77 receiver
server 127.127.8.0 mode 2

Die Zeile server 127.127.8.0 mode 2 veranlasst den ntp Daemon, den PARSE Driver im Mode 2 (Serielle Schnittstelle /dev/refclock-0 mit 9600 7E2) anzusprechen und das DCF77 Signal korrekt auszuwerten. Zusätzlich empfiehlt es sich bei einem Totalausfall der Meinberg-Uhr auf die Server eigene Uhr im Fehlerfall auszuweichen.

Logdateien sind ein wichtiger Teil eines jeden Linux-Systems. Viele Programme, erst recht alle Dienste und das System selbst, schreiben Logdateien. In diesen Logs kann man Fehler des Systems finden, Probleme von Diensten erkennen oder einfach nur verfolgen, was das System alles im Hintergrund macht. Üblicherweise findet man die Logs im Verzeichnis /var/log/ eines Linux-Systems. Manche Dienste, die z.B. mehrere Logdateien schreiben, benutzen noch Unterverzeichnisse wie z.B. NTP mit /var/log/ntpd-stats/. Logdateien sind immer Textdateien. Man kann sie mit jedem beliebigen Texteditor oder Dateibetrachter ansehen.

Welche Dateien sollen rotiert werden?

  • ntpd.log
  • loopstats
  • peerstats
  • sysstats
  • timingstats

In welchen Verzeichnissen liegen diese Dateien?

  • /var/log/
  • /var/log/ntpd-stats/
Anhänge:
Diese Datei herunterladen (ntpd.logrotate.txt)ntpd.logrotate.txt[ ]0.3 kB

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