Die Notation von IPv6 ist etwas gewöhnungsbedürftig, und unterscheidet sich von den alten IPv4-Adressen. IPv6-Adressen bestehen aus 8 Blöcken, getrennt durch einen Doppelpunkt, mit jeweils vierstelligen Hexadezimalzahlen.

Zu Beginn der Entwicklung von IPv6 war es zuerst gedacht, in Anlehnung an IPv4 16 Blöcke in der bekannten Notation zu Verwenden. Da die Adresse dann jedoch zu unhandlich geworden wäre, hat man sich für die 8 Blöcke entschieden.

Netze werden wie auch schon bei IPv4 unterteilt in Netzpräfix und Subnetzanteil. Das Subnetz hat immer die Größe einer Zweierpotenz.

Folgende Notation ist für Netze üblich 2001:db8:94::/48 Der Adressraum reicht in diesem Beispiel von 2001:db8:94:0000:0000:0000:0000:0000 bis 2001:db8:94:ffff:ffff:ffff:ffff:ffff , die Subnetzmaske ist in diesem Beispiel ffff:ffff:ffff:: . Insgesamt liegen 280 Adressen in diesem Netz

Solche Netze und auch größere werden in der Regel an Endkunden vergeben. Dies hat zur Folge, dass eine solche Aufteilung, wie sie bei dem Adressraum von IPv4 gegeben ist, aller IP-Adressen nicht mehr nötig sein wird. Der Provider erhält meist von der RIR ein /32 Netz, für Endkunden ist entweder ein /48 oder /56 großes Netz vorgesehen. Ein Internet Service Provider (ISP) bekommt nur einmal von einer RIR ein Netz zugewiesen, dies reicht dann in der Regel.

Mit der Autokonfiguration bringt IPv6 eine bequeme und schnelle Möglichkeit mit sich, automatisch eine eindeutige IP-Adresse beziehen zu können, die auf Basis des Interface Identifiers generiert wird. Leider verliert man durch die Einbeziehung der MAC-Adresse die gewisse "Anonymität", die bei IPv4 durch die täglich wechselnde IP-Adresse bei privaten Anschlüssen gewährleistet wird. Somit können Daten immer einer IP zugeordnet werden, was die Sammlung von Informationen deutlich vereinfacht.

Um dagegen vorzubeugen, wurde die Erweiterung "Privacy Extension" entworfen, die genau das verhindert: eine täglich gleich bleibende IP-Adresse. Dies geschieht durch einen Einschub von zufällig erzeugten - und auch temporären - Bytes in der Adresse.

Natürlich sorgt dies nicht dafür, dass der Anwender völlig unentdeckt im Netz Daten abrufen kann, es ist jedoch ein Schritt in die Richtung, den Datenschutzbestimmungen gerecht zu werden. Dennoch nutzen sie viele Betriebssysteme noch nicht standardmäßig.


Adresse: ::1/128

Die wohl einfachste und zudem sehr wichtige, da auf jedem Rechner gebundene, IP ist die des loopbacks, also für den Localhost gedachte.

Sie hat eine identische Aufgabe zu der IPv4-Adresse 127.0.0.1.


Adressraum: fe80::/10 -- fe80:: - febf::

Alle Adressen in diesem Bereich werden nicht vom Router weitergeleitet, sind somit nur im LAN erreichbar, von daher muss eine Netzwerkschnittstelle mit angegeben werden. Die Link Local Unicast Adresse dient hauptsächlich der Autokonfiguration, kommt also nur zum Einsatz, wenn ansonsten keinen Adresse gebunden ist.


Adressraum: fc00::/7 -- fc00:: - fd00

Die Local Unicast Adressen dienen der lokalen Adressvergabe, also innerhalb eines LANs. Bei IPv4 liegen die Bereiche für diesen Zweck bei 10.0.0.0/8, 172.16.0.0/12 und 192.168.0.0/16.
Derzeitig dient jedoch nur das Netz fd00::/8 für lokal generierte Adressen, das Präfix fc00 hingegen soll in Zukunft der eindeutigen Zuweisung von Local Unicast Adressen dienen.

Nach den 8 Bit, die für fc bzw. fd genutzt werden, folgen 40 Bit für die eindeutige Site-ID, danach 16 Bit als Subnetzmaske. Die letzten 64 Bit sind der Interface Identifier.


Adressraum: ff00::/8 -- ff00:: - ffff::

Multicast Adressen dienen als Verteiler, über eine IP-Adresse werden somit mehrere Geräte angesprochen. Da es bei IPv6 keine eigene Broadcast Adresse gibt, werden hierfür zwei Multicast Adressen verwendet ff01::1 und ff02::1

Des Weiteren sind noch drei IP-Adressen wichtig, da mittels dieser Multicast Adressen alle Router in einem Bereich angesprochen werden ff01::2,ff02::2 und ff05::2


Alle andere Adressräume sind grundsätzlich Global Unicast Adressen. Jedoch wurden bis jetzt nur vier Bereiche definiert, die restlichen Adressen wurden bisher nicht zugewiesen.

  • 0:0:0:0:0:ffff::/96 -- IPv4 mapped (abgebildet)
  • 2000::/3 -- von der IANA an die RIRs vergebene Netze
  • 2002::/4 -- für den Tunnelmechanismus 6to4
  • 2001:db8::/32 -- für Dokumentationszwecke

Der erste Adressbereich dient dem zeitweisen Übergang von IPv4 zu IPv6. Die 32 Bit nach dem Präfix stellen die IPv4 Adresse dar, sodass ein Router zwischen den beiden Protokollen vermitteln kann, dennoch die IPv4 Adresse erkennbar bleibt.

Um Hosts den automatischen Aufbau einer Verbindung mit dem Netzwerk zu ermöglichen, wurde mit IPv6 die Stateless Address Autoconfiguration (zustandslose Adressenautokonfiguration) eingeführt. Für die initiale „Kontaktaufnahme“ mit dem für das Netzwerk-Segment zuständigem Router weist sich der Host selber eine sogenannte link-lokale Adresse zu, die aus dem Netzwerk-Präfix und dem Interface Identifier zusammengesetzt wird. Über das Neighbor Discovery Protocol (NDP) sendet der Host im nächsten Schritt eine Multicast-Anfrage (an die Multicastadresse ff02::2), auf die sich alle erreichbaren Router im Netzwerk melden (Router Solicitation). Grundsätzlich sollte die Unicast-Adresse des Clients eindeutig sein. Dennoch wurde mit IPv6 eine Duplicate Address Detection (DAD) implementiert, um IP-Konflikten vorzubeugen. Die DAD muss von jedem Gerät nach der Selbstzuteilung einer Adresse durchgeführt werden, und läuft über das NDP.

Ein Nachteil der Autokonfiguration liegt darin, dass der Client keine Informationen über Domainnamen, NTP- oder DNS-Server. Daher kann die Verwendung eines DHCPv6-Server trotz der Autokonfiguration sinnvoll sein.

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